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Investition in die Zukunft: Kulturerbe in Bam

Restaurierung Sistani-Haus in Bam

Restaurierung Sistani-Haus in Bam, © ICCHTO

22.11.2017 - Artikel

Das historische Gebäude in Bam
Das historische Gebäude in Bam© Toralf Burkert

Am Samstag (03.03.) übergab Botschafter Michael Klor-Berchtold gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger von der Technischen Universität Dresden das mit Mitteln des Auswärtigen Amtes restaurierte Sistani-Haus in der Zitadelle von Bam an den stellvertretenden Leiter der iranische Kulturerbe-, Kunsthandwerk- und Tourismus-Organisation ICCTHO, Dr. Mohammad Hassan Talebian. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Bam und der lokale Parlamentsabgeordnete nahmen an der Zeremonie teil.

Das historische Gebäude in der Zitadelle von Bam wurde mit deutscher Unterstützung erdbebensicher restauriert.

Restaurierung eines einmaligen historischen Denkmals

Die historische Zitadelle, die als größter Lehmbau-Komplex der Welt gilt, war im Jahr 2003 durch ein Erdbeben der Stärke 6,5 fast vollständig zerstört worden. Um die Bedeutung des Bauwerks zu unterstreichen, erklärte die UNESCO das 2.500 Jahre alte Festungswerk mit der darin liegenden Altstadt bereits 2004 zum Weltkulturerbe.
Dank des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts ist nun ein zentrales Gebäude der Zitadelle wiederaufgebaut worden: das Sistani-Haus . Es handelt sich dabei um ein typisches iranisches Wohnhaus einer Kaufmannsfamilie aus dem 18. Jahrhundert. Bei der Konservierung und dem erdbebensicheren Wiederaufbau kooperierten die Technische Universität Dresden und die iranische Denkmalschutzbehörde ICHHTO.

Ein Zeichen der Solidarität

In seiner Rede sprach Botschafter Michael Klor-Berchtold den Einwohnern der Stadt Bam sein Mitgefühl wegen der Erdbebenkatastrophe aus, deren Spuren noch immer sichtbar und spürbar seien:

Die Restaurierung des Sistani-Hauses mit deutscher Hilfe ist ein kleiner Beitrag zu dem, was die Bevölkerung selbst geleistet hat. Mit Solidarität und gegenseitigem Respekt kann man gemeinsam Gutes tun, wie es das Beispiel des Wiederaufbaus von Bam zeigt.

Ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Kulturerhalts

Neben technischen Inhalten tauschten die Projektpartner in mehreren Jahreskampagnen von 2007 bis 2014 auch Wissen über methodisches und planerisches Vorgehen aus. Nach umfangreichen Untersuchungen und praktischen Experimenten flossen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und angepasste Technologien in die Arbeiten ein, so dass das Sistani-Haus nunmehr nicht nur wiederhergestellt sondern auch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gegen Erdbeben gesichert ist.

Im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amtes wurde in Iran bereits der Takht-e Soleyman in West-Aserbaidschan gesichert und soll nachhaltig restauriert werden. Unlängst wurde die restaurierte Kuppel Chahar Suq Bozorg im Großen Bazar von Teheran der Öffentlichkeit übergeben.

Bereits seit 1981 unterstützt die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Kulturerhalt-Programms die Bewahrung kulturellen Erbes in aller Welt. Mit seinem weltweiten Engagement für Schutz und Pflege von bedeutendem Kulturerbe leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung kultureller Identitäten, fördert den Wissenstransfer und interkulturellen Dialog und trägt zum wissenschaftlichen Austausch bei.


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