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Deutschland und Iran: bilaterale Beziehungen

25.06.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Iran wurden 1952 aufgenommen; im gleichen Jahr wurde die iranische Gesandtschaft in Deutschland eröffnet. Neben der Wirtschaft entwickelte sich vor allem im Bildungssektor eine enge Zusammenarbeit: Die zahlreichen deutschen Gewerbeschulen in Iran wurden ein geschätzter Bildungspartner. Noch heute trägt der Ruf der damaligen Gewerbeschulen zum insgesamt positiven Deutschlandbild in Iran bei.

Nach der Islamischen Revolution 1979 unterlagen die Beziehungen zwischen beiden Ländern zum Teil erheblichen Spannungen und waren seit 2003 geprägt von der Besorgnis über das iranische Nuklearprogramm. Die Wiener Nuklearvereinbarung vom 14. Juli 2015 zwischen der E3/EU+3 und Iran (für weitere Informationen zum Nukleardossier hier) eröffnete die Chance für engere bilaterale Beziehungen und regelmäßige politische Konsultationen, auch zu regionalen Themen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die EU halten sich auch nach dem Ausstieg der USA an die Nuklearvereinbarung. Die Menschenrechtslage in Iran beobachtet die Bundesregierung weiterhin mit Sorge.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen sind traditionell eng. Ungefähr 30 Prozent der industriellen Infrastruktur in Iran stammen aus deutscher Produktion. Im Jahr 2018 fiel der deutsch-iranische Außenhandel gegenüber 2017 um 7 % auf ca. 3,15 Mrd. Euro. Deutschland lieferte Waren im Wert von ca. 2,7 Mrd. Euro, die Importe aus Iran lagen bei 440 Mio. Euro. Deutschland war damit 2018 größter Exporteur aus der EU nach Iran.

Der von US-Präsident Trump am 8. Mai 2018 verkündete Ausstieg der USA aus dem JCPoA und die damit verbundene Wiedereinsetzung von bislang aufgehobenen US-Sekundär-Sanktionen zum 7. August und 5. November 2018 sowie 2. Mai 2019 verschlechtern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich; von Januar – April 2019 ging der Außenhandel mit Iran um ca. 50% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Deutsche Unternehmen können weiterhin Exportkreditgarantien und Direktinvestitionsgarantien in Anspruch nehmen.

Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an kulturellem Austausch ist auf beiden Seiten hoch. Dies gilt vor allem für die bilateralen Wissenschaftsbeziehungen. Eine ganze Generation iranischer Wissenschaftler wurde an deutschen Hochschulen ausgebildet. Heute setzen sich zahlreiche ehemalige Studenten  für gemeinsame deutsch-iranische Forschungsprojekte sowie eine Verstärkung der Hochschulkooperation ein. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat 2014 sein Informationszentrum (IC)  in Teheran eröffnet. Es bestehen vier DAAD Lektorate. Die Zahl der iranischen Studierenden, Graduierten und Wissenschaftler mit DAAD- Förderung steigt jährlich. Insgesamt wurden 2017 1.258 Iraner (2015: 616, 2016: 967) gefördert. Außerdem ermöglichte der DAAD 2017 199 (2015: 194, 2016: 193) deutschen Studierenden, Graduierten, Wissenschaftlern und Hochschullehrern einen Aufenthalt im Iran. Darüber hinaus ist Deutschland in Teheran mit einem botschaftseigenen Deutschen Sprachinstitut (DSIT), der Deutschen Botschaftsschule Teheran, dem Deutschen Archäologischen Institut sowie einer evangelischen Gemeinde unter Leitung einer deutschen Pastorin vertreten. Von besonderer Bedeutung ist die Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache und die Förderung der Wissenschaftsbeziehungen. In die Sprachkurse des DSIT auf allen Niveaustufen schrieben sich 2017 fast 11.000 Teilnehmer ein. An den zentralen Prüfungen des Goethe-Instituts nahmen 2017 über 16.000 Sprachlernende teil. Darüber hinaus bietet das Institut iranischen Deutschlehrern Fortbildungsangebote an und bildet Nachwuchskräfte aus.

Die Deutsche Botschaft fördert das Erlernen der deutschen Sprache im Schulbereich durch die besondere Unterstützung von zurzeit sieben iranischen Schulen, die Deutschunterricht anbieten. In diesem Kontext findet seit April 2014 jährlich eine nationale Deutscholympiade in Iran statt.

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