Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Iran: Wirtschaftspolitik

25.06.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur

Die iranische Wirtschaft ist die zweitgrößte Volkswirtschaft in der Region. Die Wirtschaft Irans liegt überwiegend in den Händen des Staates beziehungsweise religiöser Stiftungen (Schätzung zufolge etwa 70 bis 80 Prozent). Die Regierung formuliert ihre wirtschaftlichen Ziele in Fünfjahresplänen. Derzeit gilt der 6. Fünfjahresplan.

Im Jahr 2018 betrug das Bruttoinlandsprodukt Schätzungen zufolge circa 452 Milliarden US-Dollar. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Irans zählen die Öl- und Gasindustrie, petrochemische Industrie, Kfz-Industrie, Landwirtschaft und Metallindustrie. Die Inflationsrate wird aktuell von offizieller Seite mit ca. 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angegeben. Die Arbeitslosenrate betrug im letzten iranischen Jahr offiziellen Angaben zufolge 12,1 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit (15 – 29 Jahre) 25,3 Prozent. Jedes Jahr drängen 1 Mio. neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Wirtschaftslage in Iran hat sich deutlich verschlechtert. 2018 ging die Wirtschaftsleistung laut IWF um 3,9% zurück. Für 2019 rechnet der IWF mit einem Rückgang von 6,0%. Seit Beginn 2018 hat der iranische Rial (IRR) zum EUR zeitweise 75 % an Wert verloren, aktuell liegt der Wertverlust bei ca. 60 %.

Im Jahr 2018 fiel der deutsch-iranische Außenhandel gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf ca. 3,15 Mrd. Euro. Deutschland lieferte Waren im Wert von ca. 2,7 Mrd. Euro (-9%); die iranischen Importe lagen bei 440 Mio. Euro (+6 %). Deutschland war damit größter Exporteur aus der EU nach Iran. 2019 ist der Außenhandel zwischen Deutschland und Iran bislang um ca. 50% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Der Außenhandel zwischen Iran und der EU betrug 2018 ca. 18,3 Mrd. Euro.

Mitgliedschaft in wirtschaftlichen Zusammenschlüssen

Iran hat seit 1995 wiederholt den Beitritt zur Welthandelsorganisation beantragt, bei der das Land seit Mai 2005 über einen Beobachterstatus verfügt. Das Land ist Mitglied der Economic Cooperation Organisation, einem regionalen Wirtschaftsbund der west- und mittelasiatischen Staaten Iran, Türkei, Pakistan, Aserbaidschan, Turkmenistan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Afghanistan. Iran ist außerdem Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC).

Seit 2005 hat Iran Beobachterstatus bei der Shanghai Cooperation Organisation, einem Bündnis, das sich originär mit Sicherheitsfragen befasst, zunehmend aber auch mit Energiefragen. Ihm gehören die Staaten China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan an. Darüber hinaus ist Iran Mitglied beim  Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und den anderen mit Wirtschaft befassten Organisationen (darunter Internationale Arbeitsorganisation ILO und Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung UNCTAD).

Umwelt und Umweltpolitik

Umweltpolitik spielt in Iran eine immer wichtigere Rolle. Neben starker Luftverschmutzung steht die Wasserknappheit im Fokus der nationalen Politik. Deutschland fördert mehrere Projekte, die eine effizientere Wasser- und Energiewirtschaft in Iran unterstützen.

Weitere Informationen

nach oben