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Visum zur Anerkennung der Qualifikation von Ärzten (z.B. Anpassungslehrgang)

Artikel

Voraussetzungen:

Um als Arzt in Deutschland arbeiten zu können, müssen Sie im Besitz einer Approbation oder Berufsausübungserlaubnis sein. Diese muss bei der zuständigen deutschen Stelle beantragt werden. Die zuständige Stelle stellt entweder fest, dass alle Voraussetzungen für eine Approbation oder Berufsausübungserlaubnis vorliegen oder, dass zunächst weitere Qualifikationsmaßnahmen erforderlich sind. In einem solchen Fall erhalten Sie einen sogenannten „Defizitbescheid“. Nähere Informationen zur Anerkennung Ihrer ausländischen Berufsqualifikation finden Sie bei Anerkennung-in-Deutschland.

Sofern Sie bereits über eine Approbation oder eine Berufsausübungserlaubnis für Deutschland verfügen, können Sie direkt ein Visum zur Arbeitsaufnahme als Fachkraft oder sogar eine Blaue Karte EU beantragen. Wenn Sie nur einen Defizitbescheid erhalten haben, können Sie ein Visum zur Anerkennung Ihrer Qualifikation nach § 16d AufenthG beantragen. Der Aufenthalt zur Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation ist grundsätzlich auf 18 Monate beschränkt.

Fehlen für die Erteilung einer Berufsausübungserlaubnis in reglementierten Berufen die erforderlichen Sprachkenntnisse, können Sie im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahmen auch an einem Sprachkurs oder Fachsprachkurs teilnehmen. Auch bei geplanter Teilnahme an einem Sprachkurs müssen Sie aber bereits bei Visumantragstellung Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 nachweisen können.

Falls Sie parallel zur Qualifizierungsmaßnahme eine Nebenbeschäftigung aufnehmen wollen, so ist dies nur in einem Umfang von 20 Stunden / Woche gestattet und nur, wenn die Beschäftigung in einem Zusammenhang mit den bei der späteren Beschäftigung verlangten berufsfachlichen Kenntnissen steht.

Sofern/Soweit Ihr Lebensunterhalt nicht durch eine Verpflichtungserklärung einer Privatperson oder Gehalt durch Ihre Nebenbeschäftigung gesichert wird, müssen Sie bei Antragstellung den Nachweis erbringen, dass Sie über ausreichende finanzielle Mittel für das erste Jahr Ihres Aufenthaltes verfügen. Für das Jahr 2026 beträgt diese Summe

13.092 Euro, wenn Sie an schulischen Maßnahmen teilnehmen (z.B. Sprachkurs)

14.400 Euro, wenn Sie an betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen.

Einzureichende Unterlagen:

Bitte reichen Sie alle Dokumente im Original mit jeweils einer Kopie sowie in deutscher Sprache bzw. mit deutscher Übersetzung (vom iranischen Außenministerium vorbeglaubigt) ein. Bitte legen Sie die Unterlagen bei Ihrem Termin sortiert in der hier angegebenen Reihenfolge vor.

  • biometrisches Passfoto
    • in Farbe mit weißem Hintergrund, Größe: 35x45mm, nicht älter als 6 Monate
  • Ausdruck des Antragsformulars von VIDEX einschließlich Belehrung gem. §54 AufenthG, eigenhändig unterschrieben
  • gültiger Reisepass, unterschrieben vom/n PassinhaberIn, noch mind. 1 Jahr gültig
    • Kopie der zweiten und dritten Passseite in DIN A4 - Format
  • nur für afghanische Staatsangehörige: Tazkira, auf dessen Grundlage der Reisepass ausgestellt ist. Papiertazkiras müssen vom afghanischen Außenministerium vorbeglaubigt sein und zusammen mit der englischen Variante der Tazkira vorgelegt werden.
  • Finanzierungsnachweis für das erste Jahr Ihres Aufenthalts in Form von:
    • förmliche Verpflichtungserklärung gem. §66-68 Aufenthaltsgesetz einer Person mit dauerhaftem Wohnsitz in Deutschland für die gesamte Aufenthaltsdauer ODER
    • bei betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen: Arbeitsvertrag und „Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“ einschl. Zusatzblatt A zum Formular „Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“ ODER
    • Sperrkonto bei einem deutschen Geldinstitut mit einem Guthaben für das erste Jahr Ihres Aufenthaltes ODER
    • Unterschriebene Sperrkontoerklärung und Nachweis über Guthaben für das erste Jahr Ihres Aufenthaltes in Form eines von der Bank bestätigten Kontoauszuges
  • Defizitbescheid der Anerkennungsstelle
  • Nachweis über die geplanten Anpassungsmaßnahmen:
    • Vertrag über die Teilnahme an einem Anpassungslehrgang bei einer zur Ausbildung berechtigten Stelle, inkl. detailliertem Ausbildungsplan ODER
    • Anmeldung an einem zertifizierten Sprachkurs zur Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung bei der zuständigen Ärztekammer, anknüpfend an das nachgewiesene Sprachniveau ODER
    • Anmeldung zur Fachsprachenprüfung
  • Nachweis über bestehende Deutschkenntnisse, mind. B1. Informationen zu im Visumverfahren anerkannten Sprachzertifikaten finden Sie hier
  • Hochschulabschluss inkl. Notenübersicht mit deutscher Übersetzung und Vorbeglaubigung durch das iranische Außenministerium (Original und Kopie)
  • Bescheinigung über Mitgliedschaft in der Iranischen Ärztekammer inkl. Übersetzung durch einen offiziellen iranischen Übersetzer (Legalisierung ist nicht notwendig)
  • Lebenslauf (auf Deutsch)
    • lückenloser Lebenslauf, insbesondere mit Darstellung der bisherigen Ausbildung und ggf. Berufstätigkeit
  • Nachweis über gültigen Krankenversicherungsschutz (Reisekrankenversicherung für mind. 30 Tage) Bitte beachten Sie, dass in Deutschland Versicherungspflicht besteht. Dies bedeutet, dass Sie verpflichtet sind, sich nach Ihrer Einreise in Deutschland für Ihren kompletten Aufenthalt zu versichern. Hierfür ist eine private Krankenversicherung abzuschließen.
  • Visumgebühr in Höhe von 75 €, zu zahlen in Euro in bar
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