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Geschichte von Kanzlei und Residenz

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Deutschland besitzt seit über 100 Jahren eine diplomatische Vertretung in Iran. Bereits am 11. Juni 1873 wurde zwischen dem Deutschen Reich und dem damaligen Persien ein Freundschafts- und Schifffahrtsvertrag geschlossen, der auch die gegenseitige Einrichtung ständiger Vertretungen beinhaltete. Die erste deutsche Gesandtschaft am Hof Nasreddin Shahs wurde elf Jahre später, am 20. Oktober 1884, durch den Gesandten in außerordentlicher Mission Ernst von Braunschweig eingerichtet.

Das heutige Kanzleigrundstück im Herzen Teherans wurde zehn Jahre später vom Gesandten Graf von Wallwitz für das Deutsche Reich erworben. Es befindet sich neben der türkischen Botschaft, in der Nähe der Britischen, Russischen und Französischen Botschaften und der wichtigsten iranischen Regierungsgebäude. Die erste Grundbucheintragung erfolgte 1931, das zweigeschossige Gebäude wurde aber bereits 1884-1886 von einem europäischen Architekten errichtet. Nach dem Erwerb durch das Deutsche Reich wurde es mehrfach umgebaut und renoviert, bis es 1937 abgerissen und neu gebaut werden musste. Mitten im Zweiten Weltkrieg, 1941, wurden die Neubauten der Kanzleigebäude fertiggestellt und sogleich von der Kaiserlichen Iranischen Regierung beschlagnahmt. Die Schwedische Botschaft hielt in der Kanzlei Einzug, da Schweden im Krieg als Schutzmacht Deutschlands fungierte. 1949 wurde das Grundstück an die Amerikaner übergeben, die es bis zur Fertigstellung ihrer eigenen Botschaft 1953 nutzten. In diesem Jahr wurde die Beschlagnahmung aufgehoben. Das Eigentum an der Kanzlei konnte sich die Bundesrepublik Deutschland erst 1977 durch Umschreibung endgültig sichern.

Die Residenz des deutschen Botschafters im Stadtteil Elahiye, im ruhigeren Norden der Stadt, wurde 1904 per Kaufvertrag erworben. Auch sie wurde 1941 beschlagnahmt und anschließend während der Sommermonate von der Schwedischen Botschaft als Residenz genutzt. Zwei Jahre später übernahm das iranische Außenministerium das Gebäude, das zunächst dem iranischen Premierminister als Sommersitz diente und später für Empfänge genutzt wurde. 1953 wurde auch seine Beschlagnahmung aufgehoben. Die Umschreibung im Grundbuch erfolgte, wie bei der Kanzlei, aber erst 1977. Auf dem Grundstück befand sich bis 1974 ein Qajaren-Schloss, das schließlich aufgrund seiner Baufälligkeit abgerissen werden musste. Der heutige Neubau wurde 1977 fertiggestellt.

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